Speichel (oder lateinisch „Saliva“) ist das Sekret der Speicheldrüsen.

Jeder von uns hat schon einmal davon gehört, dass Wunden schneller heilen, wenn man sie mit Speichel betupft. Bekannt mag auch sein, dass es gesund und wichtig ist, Nahrung beim Essen gut einzuspeicheln, weil die Nahrung hierdurch bereits „aufgeschlossen“ und „vorverdaut“ wird. Der Speichel ist eine Art Mineralspeicher. Alle Mineralien, die zum Aufbau des Zahnschmelzes benötigt werden, kommen im Speichel vor: Kalzium, Fluorid, Phosphat und Magnesium.

Generell kann man sagen, dass unser Speichel die Grundlage für ein gesundes Klima in der Mundhöhle und damit für gesunde Zähne und Zahnfleisch ist. Wir produzieren dünnflüssigen, so genannten serösen Speichel und den „Ruhespeichel“, den man den mucösen Speichel nennt und der überwiegend nachts im Schlaf produziert wird.

Speicheldrüsen
Quelle: MedizinInfo

Die täglich produzierte Speichelmenge beträgt ca. einen Liter. Produziert wird der Speichel überwiegend in drei großen, paarweise angelegten Drüsen – den Ohrspeicheldrüsen und den Unterkieferspeicheldrüsen. Es gibt darüber hinaus noch zahlreiche kleine Drüsen, die in der Mundhöhle verteilt sind.

Der Speichelfluss wird in erster Linie durch eine kauaktive Ernährung stimuliert. Ballaststoffreiche Nahrung, die kräftigt durchgekaut werden muss, regt die Speicheldrüsen an. Als positiver Nebeneffekt strafft sich durch die Kauarbeit auch das Zahnfleisch und der gesamte Zahnhalteapparat.

Speichel
Speichel ist nicht nur beim Anlecken von Briefmarken nützlich! (pixabay)

Der Speichel übt eine verstärkte „Spülfunktion“ aus; d.h. Nahrungsreste, sofern sie nicht fest an der Zahnoberfläche kleben, können aus der Mundhöhle herausbefördert und geschluckt werden. Angeregter (stimulierter) Speichel enthält u.a. auch vermehrt Substanzen, welche Säuren in der Mundhöhle unschädlich machen (puffern) können. Eine hohe Pufferkapazität wirkt der Karies entgegen.

Nachts wird die Speichelproduktion heruntergefahren, damit wir nicht an unserem eigenen Speichel ertrinken. Somit wird Nacht also weniger Speichel produziert, als am Tage. Während der gesamten Nachtruhe werden nur etwa 20 ml Speichel produziert, während dieser Zeit kann er daher keine nennenswerte Spülfunktion ausüben.

Deshalb ist es so außerordentlich wichtig, dass nach dem abendlichen Zähneputzen keine zahnschädigenden (zuckerhaltigen) Produkte (Betthupferl) mehr verzehrt werden.

Wenn man unterwegs ist und keine Möglichkeit zum Zähneputzen hat, kann man den Speichelfluss und die Pufferkapazität durch Kauen eines zuckerfreien Kaugummis anregen.