Zucker ist schlecht für unsere Zähne. So viel ist uns allen bekannt.

Bestimmte Bakterien im Mund nehmen Zucker auf und wandeln ihn zu Säuren um. Diese Säuren schädigen die Zähne. Es entwickelt sind die Krankheit „Karies“.

Für die Zähne ist insbesondere die Häufigkeit und weniger die Menge bedeutsam, in der Zucker gegessen wird. Zu den drei klassischen Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) sollte es maximal zwei Zwischenmahlzeiten geben. Essensfreie Zeiten sind wichtig, denn dann können sich die Zähne von den Säuren der Karies verursachenden Bakterien „erholen“ und z.B. aus dem Speichel wieder Mineralien in die Zahnoberfläche einlagern. Die Regeneration der Zahnoberfläche dauert viel länger als der Prozess, in dem die Säuren der Kariesbakterien die Zahnoberfläche angreifen.

Daher gilt die 16 zu 8 Stunden-Regel. Innerhalb eines Tages (24 Stunden) werden 16 Stunden „saubere“ Zahnoberflächen benötigt um 8 Stunden zu kompensieren, in denen die Zähne nicht frei von zuckerhaltigen Lebensmitteln sind. Ein großer Anteil der 16 Stunden kann über Nacht, nach dem abendlichen Zähneputzen, erzielt werden. Weitere Stunden der Regeneration können erreicht werden, wenn nach dem Frühstück die Zähne geputzt werden und im Anschluss auf einen zuckerfreien Vormittag geachtet wird. Das heißt, bis zum Mittagessen sollte die Zwischenmahlzeit zuckerfrei gestaltet werden.

Der Lust auf etwas „Süßes“ kann und darf auch mal nachgegeben werden. Sinnvoll ist es, bewusst mit Süßigkeiten umzugehen. Entweder es wird ein Nachtisch als Abschluss einer Hauptmahlzeit vor dem Zähneputzen gegessen oder es ist eine besondere Zwischenmahlzeit. Dann gilt jedoch, die Süßigkeiten nicht über Stunden immer mal wieder zu naschen, sondern eine Menge, die in die Handfläche ihres Kinders passt, innerhalb von ca. einer halben Stunde zu verzehren. Darauf folgt eine essensfreie Phase bis zur nächsten Hauptmahlzeit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder nicht mehr als 6 Teelöffel (ca. 30 g) freien Zucker am Tag. Gemeint sind damit u. a. Traubenzucker (Glucose, Dextrose), Fruchtzucker (Fructose), Haushaltszucker (Saccharose) sowie Malzzucker (Maltose). Während Haushaltszucker oft als problematisch für die Zahngesundheit angesehen wird, werden die anderen kariesverursachenden Zuckerarten nicht als solche wahrgenommen. Sie verstecken sich oft im Kleingedruckten der Zutatenliste.

Vorsicht mit dem Hinweis „zuckerfrei“ auf Verpackungen von Lebensmitteln. Dies heißt lediglich, dass das Produkt keinen oder weniger als 0,5 % Haushaltszucker enthält. Andere kariesverursachende Zuckerarten können trotzdem auch in größeren Mengen enthalten sein. Auch Produkte, die nicht als „süß“ wahrgenommen werden, enthalten Zucker: Salzstangen und Zwieback aber auch Fruchtjoghurt oder Säfte enthalten nennenswert Zucker.

Frisches Obst enthält auch Zucker, wird aber dennoch auf Grund der Zusammensetzung insgesamt als weniger bedenklich eingestuft als verarbeitete Produkte.

Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe sind eine Möglichkeit zu süßen, ohne dafür Zucker zu verwenden. Süßigkeiten, die mit dem Zahnmännchen ausgezeichnet sind, sind zuckerfrei und säurearm und somit garantiert zahnfreundlich. Achten Sie beim nächsten Einkauf auf das rote Symbol mit dem Zahn unter dem Regenschirm.